Geimpft / Genesen - Rechte (und Privilegien?)

Aktuell (30.04.2021) flammt die Diskussion darüber auf, wie Corona-Geimpften und -Genesenen im Sinne der Einschränkungen der Grundrechte (Beispiel „Ausgangssperre“) Freiheiten zurückgegeben werden sollen. Etwa, dass diese Geimpften / Genesenen sich nicht mehr an eine Ausgangssperre halten müssten.
In der Diskussion spielt auch der Unterschied zwischen der „Rückerlangung“ von Rechten und der Gewähr von Privilegien eine Rolle.

Das wirft in meinen Augen wichtige Fragen auf, wollen wir uns überhaupt an eine Diskussion trauen? Bringt das überhaupt was, wollen wir uns da positionieren?

Ich denke schon das man eine Meinung haben sollte. Ich schließe mich da der Mehrheit an. Wenn für alle ein Impfangebot besteht, muss gelockert werden. Wenn Menschen sich aus unterschiedlichen Gründen nicht Impfen lassen wollen oder können, kann die Allgemeinheit nicht das Risiko tragen, diese Menschen anzustecken oder aber das sich dieses Bürgergruppe selbst ansteckt. Schutz steht da im Vordergrund.

Ich finde schon die Wortwahl „Rechte“ und Privilegien sehr unpassend gewählt. Dazu will ich gerne den Schweizer Journalisten Meier vom Cicero zitieren " Rechte sind Rechte die jeder Bürger von Geburt an hat und keine Privilegien, die man sich erst erarbeiten muss" Das wäre eine gute Grundlage für eine Diskussion. Es kann ja nicht sein, dass dem Bürger von der Verfassung verbriefte Rechte in Abhängigkeit einer Impfung gebracht werden und von der Politik nunmehr als „Privilegien“ dargestellt werden, die man sich dadurch erarbeiten muss. Das darf es in einer Demokratie nicht geben.

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Das möchte ich gerne ausdrücklich unterstützen. Mir scheint die Diskussion ein Trend zu sein, um von den Schwächen - und möglicher Rechtswiedrigkeit) der aktuellen Politik abzulenken. Tatsächlich haben wir es doch mit einer zeitlich begrenzten Einschränkung von Grundrechten zu tun. Und die zeitliche Beschränkung war diesbezüglich von Anfang an so gewollt. Dafür, dass die Beschränkung für alle gleich lang sein soll gibt es keinen einzige Grund, der es mit der Gewichtung von Einschränkungen von Grundrechten aufnehmen kann.

Grundrechte dürfen nur in extremen Ausnahmesituationen überhaupt eingeschränkt werden (ob die Bund-Länderkonferenz hierzu überhaupt zuständig ist möchte ich gerne zur Diskussion stellen). Und die Ausnahmesituation ist dann für jeden einzelnen zu Ende, wenn er sich bzw. andere nicht mehr im dem Umfang anstecken kann, der eben die Ausnahmesituation begründet hat

Und abschließend noch einen weiteren Teilaspekt hieraus zur Diskussion: ist Euch aufgefallen, dass der Begriff Privilegien irgendwie andeutet, dass einzelne Mitbürger mehr bekommen als andere? Tatsächlich ist die Einschränkung der Grundrechte aber viel weiter gediehen als dieser Begriff es eigentlich ausdrückt. Kein Mensch würde die Wiedereröffnung von Einrichtungen (z.B. Schulen als unangemessenes Privileg bezeichnen, oder? Dito Sportstätten, Foto-Studios, Gaststätten, etc. Aber genau dort passiert doch der größte Teil der Einschränkung, die letztendlich auf die Grundrechtseinschränkungen der Bürger basieren.

Meiner Ansicht nach halte ich unsere Spitzenpolitiker und unsere Spitzen-Medien-Vertreter für clever genug, das auch zu erkennen. Wenn die Privilegien-Diskussion dennoch weiter getrieben wird hat dies wohl rein politische und keine rechtlichen Gründe.

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An dieser Diskussion sollen und müssen wir uns beteiligen, wenn wir tatsächlich eine Bürgerbewegung sein und die Brger einbeziehen wollen.

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Hallo Nagy,
würdest du das bitte etwas näher erläutern.
Ich weiß nicht, ob ich dich richtig verstehe.
Danke.

Und wie sollen wir damit umgehen?

Ich persönlich habe in der Vergangenheit stets abgewogen, ob ich mich gegen Grippe impfen lassen will oder das Risiko einer möglichen Infektion in Kauf nehme.
Diese Abwägung will ich, trotz der erhöhten Gefährdung durch Corona, auch weiterhin unabhängig vom vermeintlichen Zugeständnis einer (eher unfähigen) Regierung in Bezug auf meine Grundrechte selbst treffen können.
Sobald es ausreichend Impfangebote gibt, muss alles wieder für alle die wollen - egal ob geimpft, genesen oder einfach nur risikobereit - so werden wie 2019. Es darf keine Ausgrenzung von Nichtgeimpften geben, weder bzgl. Zugang zum Arbeitsplatz, noch bzgl. Reisen, Freizeitgestaltung, Sport oder Kontakten.

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Würde es eine Pflicht zum Impfen geben, müsste man diese Diskussion nicht führen. Grundrechte gelten für jeden Bürger dieses Landes, aber wie sieht es mit der Verantwortung gegenüber anderen Menschen aus. Wenn risikobereit bedeutet, daß ich nur für mich selbst verantwortlich bin, so ist das sicherlich in Ordnung. Wenn ich aber dadurch andere Menschen gefährde und gegebenenfalls für deren Tod mitverantwortlich bin ist es eine sehr fragwürdige Einstellung.

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Die können sich ja impfen lassen.
Ich schrieb ja „Sobald es ausreichend Impfangebote gibt…“.

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Da bin ich Ralphs Meinung. Sobald für alle ein Impfangebot besteht, ist es jedem und jeder selbst überlassen, die Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen einer Impfung auf sich zu nehmen oder sich mit dem Virus anzustecken.

Es geht doch nicht darum, ob ich das Risiko einer Nichtimpfung eingehe oder nicht. Ich kann doch ansteckend sein und wohin eine Infektion führen kann sehen wir jeden Tag. Ist denn die bis jetzt gemeldete Todeszahl nicht genug? Solidarität ist gefragt und diese steht meiner Meinung nach über dem Eigeninteresse.

Wenn ich Angst vor Covid 19 habe lasse ich mich impfen, wenn ich Angst vor der Impfung habe lasse ich mich nicht impfen.
Das hat mit Solidarität oder Eigeninteresse überhaupt nichts zu tun.

Die Einstellung kann ich nicht nachvollziehen. Anscheinend spielt es keine Rolle, ob man andere Menschen anstecken und eventuell für deren Tod verantwortlich sein kann. Das zeigt mir, wie wichtig in diesem Fall andere Menschen sind. Man kennt sie ja nicht, außer sie wären aus dem eigenen Bekanntenkreis oder aus der Familie.

Aber wenn jemand geimpft ist kann man ihn doch nicht anstecken. Oder sehe ich das falsch?

Ich bin da kein Fachmann, aber soweit ich weiß mindert die Impfung erst einmal das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs. Ob eine Impfung auch den grad senkt, selber andere anzustecken, ist meine Kenntnis nach entweder noch nicht ausreichend erforscht oder mir noch nicht bekannt. Ich habe aber von Fällen in meinem Bekanntenkreis gehört, dass sich doppelt Geimpfte dennoch angesteckt haben, aber halt nur mit leichten Symptomen. Klingt für mich aber so, als ob sie weiterhin ansteckend sein könnten.
Ich lasse mich dennoch so schnell wie möglich impfen, denn die schweren Verläufe sind teils so schrecklich (vom Tod mal ganz abgesehen), dass das für mich mit keiner der bekannten Nebenwirkung wegzudiskutieren ist.

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So weiß ich das auch. Ich bin daher der Meinung, dass für Geimpfte nur ein geringes Risiko besteht. Wie bei der Grippeimpfung.
Also betrifft die Entscheidung, ob man sich impfen lässt nur den Einzelnen und nicht die Allgemeinheit.

Momentan gibt es da noch keine Klarheit darüber ob Geimpfte die sich Infizieren andere damit anstecken können.
Solange das nicht zu 100 % geklärt ist bin ich gegen eine Öffnung für geimpfte, und das mit dem Wissen das ich am Montag meine Erstimpfung erhalte.

Also ich finde die Diskussion mit impfen lassen oder nicht über die Thematik „Ich könnte ja andere anstecken…“ etwas zu Moralisch. Uns auf den Tenor zu bringen, man könnte ja andere anstecken und die könnten ja sterben total daneben. Ich möchte Corona nicht in Frage stellen, aber durchaus die Art und Weise wie man den Menschen dieses Landes dies kommuniziert. Es ist nichts wissenschaftlich bewiesen wurden, dass alle nur an Corona verstorben sind oder ob da nicht noch etwas anders mit im Spiel war. Das hat man wissentlich unterlassen und in manchen Fällen wo eine Abduktion durchgeführt werden sollte sogar verboten. Wenn ich mich nicht gegen Influenza impfen lasse, kann ich andere genauso anstecken und die können daran genauso sterben wenn ihr Immunsystem schwach ist und bei den Masern ist es sogar noch viel schlimmer. 90% derjenigen die an Masern erkranken im Erwachsenenalter liegen danach für mehrere Wochen im Koma, was man von Covid nun mal nicht behaupten kann. Deshalb finde ich diese Debatte im allgemeinen etwas weit hergeholt uns über die Moral und Solidarität abzuholen.

Sorry , ich muss darauf Antworten.

Die Spanische Grippe von 1918 hat auch als Erkältung angefangen.
SARS- und MERS-Viren sind verschiedene Arten von

> Coronaviren

.
Nur das der MERS eine Sterblichkeit von 35 % hat.

Die Menschen sind nicht an Corona sondern an den durch Corona ausgelösten Krankheiten gestorben. An der Pest ist auch keiner gestorben, sondern der größte Teil an den durch die Bakterie ausgelösten Blutvergiftung.
Asthmatiker sterben nicht an Asthma, sondern Ersticken.

Noch mehr Beispiele gefällig ?